Verwahrloste, nackte Bulldogge bekommt Familie und neues Fell.

In Deutschland werden jährlich rund 70.000 Tiere in der Natur ausgesetzt, da sich die Besitzer nicht mehr um sie kümmern wollen – vor allem vor dem Sommerurlaub entledigen sich viele rigoros des „nervigen Anhängsels“. Was in Deutschland leider immer häufiger vorkommt, ist auch in den USA schon Alltag. Auch dort platzen die Tierheime aus allen Nähten und immer wieder bekommen die Pfleger Hinweise auf verwahrloste und ausgesetzte Tiere.

So kam es auch, dass die Organisation „Love Leo Rescue“ eines Tages auf den Straßen von Kalifornien (USA) einen völlig vernachlässigten Hund entdeckte.

Der Körper des etwa 7 Monate alten Bulldoggen-Welpen war mit Schürfwunden übersät und nur spärlich mit Fell bewachsen. Nachdem man das arme Tier gründlich untersucht hatte, stellte man neben den äußerlichen Verletzungen auch eine starke Atemwegserkrankung fest. Man vermutete, dass ein Züchter den Welpen ohne Skrupel ausgesetzt hatte, da er nicht dem „normalen“ Aussehen einer Zuchtbulldogge entsprach.

Eine Pflegefamilie erklärte sich glücklicherweise bereit, dem jungen Hund durch die schwere Anfangszeit im Tierheim zu helfen. Zuerst einmal wurde Lilou, wie die kleine Kämpferin fortan genannt wurde, regelmäßig gebadet. Auch ihre Wunden wurden endlich gereinigt. Das häufige Waschen hatte leider zur Folge, dass der Kleinen das Fell ausfiel und sie nun weniger einem Welpen als eher einem süßen Schweinchen ähnelte – was ihrer rosaroten Haut geschuldet war. Was vielleicht niedlich aussah, war jedoch mit einigen Schmerzen verbunden. Einige Wochen später aber gab es endlich ein Aufatmen: Lilous Körper begann endlich zu heilen – und nicht nur ihre Wunden verschwanden damit.

Langsam, aber sicher spross nämlich neues Fell an ihrem Körper. Mit jedem Tag wurden es mehr Haare und auch Lilou veränderte sich. Sie wurde mutiger, fast so, als verleihe ihr das neue Fell auch ein neues Selbstbewusstsein. Nachdem aus dem kleinen, süßen „Schweinchen“ eine gesunde, heranwachsende Bulldogge geworden war, beschloss das Tierheim, Lilou an eine Familie zu vermitteln, bei der sie dauerhaft bleiben konnte. Welches Glück der einst verwahrloste Hund haben sollte, hätte keiner vermutet, als eine Frau namens Cora Fraser sich meldete.

Die junge Frau aus Eugene, Oregon (USA) hatte die Geschichte der kleinen Lilou über die Facebook-Seite des Tierheims verfolgt und zugesehen, wie nicht nur ihr Fell, sondern auch ihre Lebensgeister zurückkehrten. „Mein Mann und ich haben uns sofort in sie verliebt, als wir ihre Geschichte hörten, und dachten immer wieder über eine Adoption nach.“

Jedoch kamen dem Ehepaar, das bereits zwei Hunde besaß, immer wieder Zweifel, ob die Bulldogge in ihren Alltag passen würde. Dennoch beschlossen die Frazers, die Hundedame zu treffen.

„Wir wollten sie unseren zwei eigenen Hunden vorstellen und waren gespannt, wie es ablaufen würde“, beschreibt Cora das erste Treffen mit Lilou. Mit Freude stellten Cora und ihr Mann fest, dass Lilou es richtig genoss, mit anderen Hunden zusammen zu sein. Zur Überraschung aller stellte sich heraus, dass die kleine Bulldogge nur allzu gern mit zum Wandern ging, dem Lieblingshobby der Frasers.

Dies gab schließlich den Ausschlag dafür, die liebe Lilou in ihre Familie aufzunehmen. Von da an ging es für die Bulldogge bergauf: Auch Kuscheln wurde zu Lilous Lieblingsbeschäftigungen, wenn sie ihre „Mama“ nicht gerade in ihrem Modegeschäft unterstützte.

Im Laufe der Zeit hat sich Lilou zur neuen Anführerin der Hundefamilie gemausert und rennt ihren Geschwistern auf den Wanderungen sogar davon. „Wir sehen, dass Lilou mehr Selbstbewusstsein bekommt, während sie mit den anderen Hunden zusammen ist“, berichtete Cora von der positiven Entwicklung ihres Hundes. Um Lilous Glück noch zu steigern, durfte sie kürzlich eine weitere Kuschelpartnerin in der Familie begrüßen.

Denn Cora und ihr Mann adoptierten den Stanford-Terrier Hope, der vom ersten Moment an eine enge Verbindung zu Lilou entwickelte. Nun ist die sechsköpfige Familie erstmal komplett und genießt ihre Zeit beim Wandern draußen oder beim Kuscheln auf der heimischen Couch. „Wir sind so dankbar für Lilou, sie ist wirklich etwas Besonderes“, beschreibt Cora ihr Glück.

Erfreulicherweise hat sich Lilous Schicksal wirklich zum Besseren gewendet. Hoffentlich kann sie ihr frühes Leid vergessen und mit ihrer wundervollen Familie in die Zukunft blicken.

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