Rosen-Geheimnis nach 10 Jahren aufgeklärt.

Diese Geschichte von einem lange gehüteten Geheimnis ist absolut berührend und spricht für sich.

Imgur

„Seit ich 12 Jahre alt war, wurde mir jedes Jahr an meinem Geburtstag eine weiße Rose geschickt. Es gab nie eine Karte oder Notiz und auch der Blumenhändler konnte nicht sagen, von wem sie kamen. Nach ein paar Jahren habe ich es schließlich aufgegeben, nach dem Absender zu forschen und mich einfach an dem wunderschönen, jährlichen Geschenk erfreut.

Aber ich habe nie aufgehört, mir in meiner Fantasie auszumalen, wer der Absender sein könnte. Ich verbrachte ein paar meiner schönsten Momente mit den Tagträumen: War es jemand, der von mir fasziniert war, aber zu schüchtern, um sich zu zeigen? Ein Exzentriker, der heimlich Gutes tun möchte? Vielleicht sogar ein Junge, für den ich schwärmte? Es war toll, sich an verregneten Tagen an diesen Gedanken zu wärmen.

Meine Mutter hat oft mit mir zusammen gerätselt, sie hatte sogar richtig Spaß dabei. Sie fragte, ob ich vielleicht jemandem mal einen Gefallen getan habe, der sich jetzt heimlich revanchieren möchte – die Frau von nebenan, der ich den Einkauf reingetragen habe oder der Opa, dem ich im Winter die Post aus dem Briefkasten ins Haus brachte zum Beispiel. Mama hat immer die Fantasie angeregt, denn ihr war es wichtig, dass ich kreativ bin und mich geliebt fühle. Und genauso wichtig war es ihr, dass ich auch anderen dieses Gefühl gebe.

Aber wir mussten auch schwere Zeiten durchstehen. Einen Monat vor meinem Schulabschluss starb mein Vater an einem Schlaganfall. Meine Gefühle schwankten zwischen Trauer, Einsamkeit, Angst und Zorn, weil er nun alle wichtigen Ereignisse in meinem Leben verpassen würde. Ich verlor jedes Interesse an meinem Abschluss und an dem großen Abschlussball, obwohl ich mich so viele Jahre unendlich darauf gefreut hatte.

Meine Mutter wollte nichts davon hören, obwohl sie selbst zutiefst trauerte. Am Tag bevor mein Vater starb, gingen wir shoppen und kauften ein Kleid für den Ball, das zwar unglaublich schön war, aber leider etwas zu groß. Am schlimmen Tag danach habe ich das natürlich komplett vergessen. Aber meine Mutter nicht. Am Tag vor dem Abschlussball lag das Kleid auf meinem Bett – in der richtigen Größe.

Ihr war es immer wichtig, wie ich mich fühlte. Sie lehrte uns, dass es auch in unschönen Situationen immer etwas Liebenswertes gibt. Im Grunde sollten wir uns genau so sehen, wie eine Rose: Lieblich, stark, mit einer magischen und leicht mysteriösen Aura.

Leider starb sie, als ich 22 Jahre alt war, nur wenige Tage nach meiner Hochzeit. Ab diesem Jahr wurde keine weiße Rose mehr geliefert.“

Imgur/CorbettJr

Eine bewegende Geschichte, die zeigt, was Mütter – oft im Verborgenen und unbemerkt – für ihre Kinder leisten. Was sie für uns getan und geopfert haben wird uns oft erst klar, wenn sie nicht mehr da sind. Umso wichtiger ist es, dass wir uns immer wieder die Zeit nehmen, um an sie zu denken und ihnen Danke zu sagen.

Kommentare

Auch interessant