In Gully geworfenes Baby wird von Hund gefunden.

Am 3. April dieses Jahres wurde die Südafrikanerin Charmaine Keevy Zeugin einer schockierenden Szene. Die 63-Jährige ging gerade mit ihrem Dackel Georgie spazieren, als dieser plötzlich zu bellen begann. Er führte Charmaine zu einem Straßenablauf, aus dem merkwürdige Geräusche zu hören waren.

Zuerst glaubte die ältere Dame, eine Katze sei in den Gully gefallen, doch irgendetwas stimmte nicht. Charmaine blieb am Ablauf stehen und vernahm ein leises Schluchzen. Ihr wurde rasch klar, dass es sich um ein Baby handeln musste.

Panisch versuchte sie, vorbeifahrende Autos anzuhalten. Der 60-jährige Cornie Viljoen kam Charmaine schließlich zu Hilfe. Auch er hörte ein Schluchzen. Der verheiratete Familienvater hatte in seinem Wagen eine Brechstange, mit der die beiden die Betonabdeckung aufhebeln konnten.

Cornie stieg ein Stück in den Ablauf hinein und konnte es kaum fassen: Er fand dort tatsächlich ein neugeborenes Mädchen. Die Kleine lag nackt und schluchzend auf dem Boden. Selbst die Nabelschnur war noch nicht entfernt. Zu seinem Entsetzen stellte er fest, dass sich nur knapp einen Meter von dem Mädchen entfernt eine Kolonie Roter Feuerameisen befand.

„Ich musste mich niederknien und das Baby ertasten. Währenddessen hatten die Feuerameisen bereits begonnen, meine Beine zu zerstechen. Mir wurde bewusst, dass ich mich an einem Tatort befand, und machte ein Foto mit meinem Telefon. Ich gab es dann Charmaine, damit sie Hilfe ruft“, erzählt Cornie. Der 60-Jährige nahm das Neugeborene behutsam auf und reichte es aus dem Ablauf heraus.

„Nachdem er mir dieses winzige Baby übergeben hatte, zog ich sofort meinen Pullover aus und umwickelte das Kleine damit, um es warm zu halten. Bald darauf kamen die Sanitäter zu Hilfe und brachten das Baby zur Behandlung ins Krankenhaus“, erklärt Charmaine.

Wie sich herausstellte, hatte das kleine Mädchen glücklicherweise nicht allzu lange im Abwasserkanal gelegen, doch sein Gesundheitszustand war zunächst nicht stabil. Es litt an Unterkühlung und Atemnot. Mittlerweile geht es der Kleinen, die vom Krankenhauspersonal „Grace April“ getauft wurde, aber besser.

Die örtliche Polizei führt nun Ermittlungen durch, um die Mutter von Grace zu finden und den Vorfall aufzuklären. Eine Sprecherin der Polizei sagte dazu: „Es besteht eine gewisse Möglichkeit, dass der Täter nicht aus dieser Gegend stammt, jedoch das Kind hier ausgesetzt hat.“

Für Charmaine kommt die Rettung von Grace einem kleinen Wunder gleich. Normalerweise spaziert die 63-Jährige nämlich zu einer anderen Uhrzeit durch andere Straßen: „Ich kann es nicht genau sagen, aber ich spüre, dass das kleine Mädchen überleben sollte – es ist ohne Zweifel ein Wunder.“

Glücklicherweise wurde Grace rechtzeitig gefunden. Sie hat es verdient, in einer liebevollen Familie aufzuwachsen. Welch ein Glück, dass Charmaine und Georgie zur richtigen Zeit am richtigen Ort waren!

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