„Alles funktioniert“: Frau bekommt künstliche Fisch-Vagina.

Jucilene Marinho ist 15 Jahre alt, als sie erfährt, dass sie ohne Vagina geboren wurde. Als bei dem Teenager trotz sonst normaler Entwicklung die Periode ausbleibt, finden Ärzte heraus, dass die Brasilianerin am Mayer-Rokitansky-Küster-Hauser-Syndrom (MRKHS) leidet.

Aufgrund dieser Fehlbildung fehlt ihr nicht nur die Gebärmutter, sondern auch die bis zu 12 cm lange Vagina, die sonst die äußeren Genitalien mit der Gebärmutter verbindet. An dieser Stelle findet sich bei der jungen Frau nur ein Strang aus Gewebe. 

„Ich habe viel geweint, als ich es herausgefunden habe“, erinnert sich Jucilene. Die Aussicht, weder eigene Kinder bekommen, noch mit einem Partner intim werden zu können, lässt das Mädchen am Boden zerstört zurück. Doch 8 Jahre später ist sie die erste Frau weltweit, bei der Mediziner einen bahnbrechenden Eingriff vornehmen: Die 23-Jährige bekommt eine künstliche Scheide – aus Fischhaut! 

Für diese Methode schneiden Ärzte eine Öffnung zwischen Blase und Rektum, in die sie eine mit Fischhaut überzogene Röhre einführen. Tritt die Haut des in Brasilien beheimateten Tilapia-Fischs in Berührung mit dem menschlichen Körper, verhält sie sich wie Stammzellen und verwandelt sich in menschliches Zellgewebe. Auf diese Art und Weise entsteht um die Röhre ein Schlauch aus eigenem Gewebe – eine neue Scheide.

Bevor man die Fischhaut benutzt, wird sie natürlich im Labor gründlich gereinigt und bestrahlt, um sämtliche Viren abzutöten sowie Schuppen und Fischgeruch zu entfernen.

Nach dreimonatigem Heilungsprozess bekommt Jucilene im Oktober letzten Jahres von den Ärzten schließlich grünes Licht für den Praxistest – ihr „erstes Mal“. „Zuerst hatte ich sehr viel Angst, Sex zu haben, weil ich dachte, es würde wehtun oder könnte etwas beschädigen“, erzählt die junge Frau, die seit über einem Jahr mit ihrem Freund Marcus zusammen ist.

„Aber es war ein wundervoller Moment, denn alles hat perfekt funktioniert. Keine Schmerzen und sehr befriedigend. Es fühlte sich ganz normal an, als hätte ich schon immer eine Scheide gehabt.“

Circa eine von 5.000 Frauen leidet an MRKHS und einer unterschiedlich ausgeprägten Fehlbildung der Genitalien – doch die 23-Jährige ist die Erste, für die erfolgreich eine neue Vagina aus Fischhaut geschaffen wurde. Über das Endergebnis könnte Jucilene nicht glücklicher sein: „Es fühlt sich so gut an, etwas zu haben, was die meisten Frauen als selbstverständlich nehmen. Ich fühle mich jetzt endlich wie eine richtige Frau.“

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