Frühchen mit Luftpolsterfolie und Gefrierbeutel gerettet.

Wenn ein Baby vor Ablauf der 37. Schwangerschaftswoche auf die Welt kommt, spricht man von einer Frühgeburt. Die heutige Medizin ist diesbezüglich schon so weit, dass die Überlebenschancen eines zu früh geborenen Kindes dennoch meist sehr gut stehen. Bei der Geburt der Zwillinge Lewis und Logan Donnelly aus Bellshill in Schottland, die bereits in der 25. Schwangerschaftswoche das Licht der Welt erblickten, sah das zunächst jedoch ganz anders aus. Deshalb mussten sich die behandelnden Ärzte etwas ganz Besonderes einfallen lassen, um die Zwillinge vor dem Tod zu bewahren.

Bei Lynn Hodgens Donnelly, der Mutter der Zwillinge, war bereits im Alter von 14 Jahren eine Hormonstörung namens „Polyzystisches Ovarialsyndrom“ diagnostiziert worden. Diese Störung ist der Grund dafür, dass ihr eigener Körper zu viele männliche Hormone produziert. Dieser Umstand sollte es ihr unmöglich machen, auf natürlichem Wege schwanger zu werden. Um ihren gemeinsamen Kinderwunsch zu erfüllen, entschieden sich Lynn und Ehemann Tony Donnelly für eine künstliche Befruchtung.

Lynn wird tatsächlich schwanger! Und kann sich doppelt freuen, denn sie erwartet Zwillinge: „Es war völlig surreal. Es war das erste Mal überhaupt, dass ich auf einem Schwangerschaftstest eine Linie erkennen konnte. In der sechsten Woche musste ich dann zu einer Ultraschalluntersuchung, wo gleich zwei Herzschläge festgestellt werden konnten“, erzählt die 34-Jährige.

Imgur/TheDalekWearsPrada

Doch in der 20. Schwangerschaftswoche wurde die Vorfreude auf ihre beiden Kinder von unerwarteten Blutungen getrübt. Daraufhin wurde Lynn sofort ins Krankenhaus eingeliefert. Bei der dortigen Untersuchung konnte jedoch Entwarnung gegeben werden – beide Babys schienen gesund und munter. Dennoch wurde die 34-Jährige auch im weiteren Verlauf ihrer Schwangerschaft immer wieder von unerklärlichen Blutungen geplagt.

In der 23. Schwangerschaftswoche bemerkte Lynn schließlich sogar Wehentätigkeiten. Die Ärzte klärten sie darüber auf, dass die Zwillinge kaum eine Überlebenschance hätten, wenn sie in diesem frühen Stadium der Schwangerschaft auf die Welt kommen würden. Doch bereits zwei Wochen später wurden aus der leichten Wehentätigkeit starke Presswehen und die Geburt stand kurz bevor.

Am 25. Februar 2015 wurden Lewis und Logan schließlich 15 Wochen zu früh geboren. Beide Kinder wogen bei der Geburt gerade einmal etwas über 700 Gramm. Die behandelnden Ärzte mussten sich daher etwas einfallen lassen, um die Frühchen vor dem Auskühlen zu bewahren. Da Frischhaltefolie bei nicht ganz so jungen Frühgeburten schon des Öfteren zum Einsatz gekommen war und sich diese unkonventionelle Methode bereits mehrfach bewährt hatte, griffen die Mediziner im Fall der Zwillinge zu der sehr viel dickeren Luftpolsterfolie. Sie wickelten die noch winzigen Körper darin ein und verpackten sie zudem vom Rumpf abwärts in Gefrierbeutel, bevor sie die beiden in ihren Inkubator legten. So verpackt, war es den Babys möglich, ihre Körpertemperatur konstant zu halten.

Wenige Wochen nach der Geburt mussten die Frühchen jedoch noch einmal kämpfen. Logan musste an seiner Herzklappe operiert werden und Lewis litt in dieser Zeit an einer Meningitis und einer Blutvergiftung. Doch trotz aller Widrigkeiten, die sie seit Beginn ihres Lebens überwinden mussten, überlebten die beiden wie durch ein Wunder.

Sechs Wochen nach ihrer Geburt durfte Mutter Lynn ihre beiden Zwillinge schließlich zum ersten Mal in ihren Armen halten. Und nach fast vier Monaten Krankenhausaufenthalt durften Logan und Lewis dann endlich nach Hause.

Auch wenn die Zwillinge, wie viele Frühchen, in ihrer Entwicklung noch etwas zurückliegen, sind sie heute zwei kerngesunde Jungen.

Wie schön, dass die kleine Familie all die Herausforderungen, die ihr das Leben am Anfang gestellt hat, gemeinsam überwinden konnte.

Quelle:

Daily Mail

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