Bär wird aus Betonkäfig gerettet und findet Liebe.

Obwohl Tierschützer weltweit viele Erfolge im Kampf gegen Tierquälerei feiern, ist ein Ende der Misshandlung unschuldiger Lebewesen noch nicht in Sicht. Tierschutzorganisationen benötigen leider in vielen Fällen die Unterstützung staatlicher Behörden, ehe sie gefangene Tiere aus ihrer Knechtschaft befreien können.

Wenn dies jedoch gelingt, ist die Freude riesig – vor allem, wenn Tiere, wie in der folgenden Geschichte, aus einem besonders grausamen Gefängnis gerettet wurden: Der albanische Braunbär Tomi musste mehrere Jahre einen Alptraum durchleben.

Youtube/FOUR PAWS International

Das arme Tier wurde nämlich in einem viel zu kleinen, verdreckten Käfig gehalten. Rostige Gitterstäbe und nackter Betonboden bestimmten Tomis Alltag, weil ein Restaurantbesitzer den Braunbären als Attraktion für heimische Kunden und Touristen erworben hatte. Für lange Zeit blieb Tomi in diesem unwirtlichen Gefängnis eingepfercht.

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Aber nicht nur der fehlende Auslauf und quälende Gefangenschaft machten dem Tier zu schaffen. Eine falsche Ernährung setzte Tomi außerdem stark zu. Der Bär wurde nämlich fast ausschließlich mit Brot und Fastfood gefüttert sowie mit Bier gefügig gemacht. Er musste um Futter betteln und als „Selfie-Hintergrund“ für Touristen und Restaurantgäste herhalten.

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In dieser verzweifelten Lage begann Tomi, sich selbst zu verletzen, er biss an den Gitterstäben herum und zeigte eine auffällige Verhaltensstörung. Wäre er nicht aus dieser Hölle befreit worden, hätte sein Leben schon bald enden können.

Dank der österreichischen Tierschutzorganisation „Vier Pfoten“ wurde die Geschichte des „Bier-Bären“ Tomi publik, sodass der Druck auf die albanischen Behörden immer größer wurde. Mitarbeiter des Umweltministeriums befreiten letztlich gemeinsam mit Vertretern der Hilfsorganisation den Braunbären aus seinem Gefängnis.

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„Wir nehmen an, dass Tomi in der Wildnis als Jungbär gefangen wurde. Vermutlich hat er ungefähr zwei Jahre bis zu seiner Rettung in diesen erbärmlichen Verhältnissen leben müssen“, sagt Claire LaFrance, Leiterin für Öffentlichkeitsarbeit von „Vier Pfoten“.

Tomi wurde schließlich in ein Reservat nahe der kosovarischen Hauptstadt Pristina umgesiedelt. Dort blühte der Braunbär inmitten grüner Natur auf. Sein neues Zuhause muss ihm – im Vergleich zu seinem alten Käfig – wie ein kleines Paradies vorgekommen sein. Es kam aber noch besser.

Schon bald lernte Tomi jemand ganz Besonderen kennen: Eine ebenfalls gerettete Braunbärin namens Hope kam in das Reservat und leistete ihm Gesellschaft. Nach den ersten zaghaften Annäherungsversuchen war das Eis recht schnell gebrochen:

„Am Anfang haben sie sich nur beschnüffelt und dann kamen sie einander näher. Es sah bald so aus, als würden sie sich 'küssen', falls man das bei Bären so sagen kann“, berichtet ein Mitarbeiter von Vier Pfoten. „Seitdem sind sie unzertrennlich.“

Sie verbringen viel Zeit miteinander, sei es auf der Wiese oder beim gemeinsamen Bad. Auf jeden Fall scheinen die beiden Bären sehr glücklich zu sein – verdenken kann ihnen das wohl niemand.

Im folgenden Video (auf Englisch) finden sich weitere Informationen über Tomis Rettung:

Wie schön, dass Tomi und Hope nach ihrer schrecklichen Vergangenheit nun glücklich in einem kleinen Paradies leben dürfen. Dank der Zusammenarbeit vieler Tierschützer wurde dieses kleine Wunder möglich!

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