Modeljob nach Mobbing: Rüpel ruiniert 450€-Kleid

Die sechzehnjährige Emilee Perry aus dem südenglischen Doncaster kämpft wie viele andere Mädchen ihres Alters mit einem geringen Selbstbewusstsein. Erschwerend kommt hinzu, dass sie unter Angststörungen leidet und oft das Opfer von fiesen Mobbing-Angriffen wurde. Schon einmal musste sie deshalb die Schule wechseln.

Für Emiliees Eltern war es daher keine Überraschung, dass ihre Tochter am Ende ihrer Schulzeit nicht zu ihrem Abschlussball gehen wollte. Viel Überzeugungsarbeit war nötig, um die Jugendliche umzustimmen. Damit der Tag ein voller Erfolg würde, bekam Emilee ein wunderschönes Kleid, das umgerechnet circa 450 Euro gekostet hatte sowie ein professionelles Styling.

Hübsch geschminkt und mit eleganter Frisur erschien sie auf ihrem Abschlussball. Es hätte eine schöne Veranstaltung werden können, wenn sich nicht etwas zutiefst Niederträchtiges ereignet hätte. Eine Mitschülerin von Emilee ruinierte alles:

„Meine Freundinnen waren gerade auf der Toilette. Ich saß daher allein an einem der Tische, als plötzlich Saft über meinen Kopf geschüttet wurde. Ich wusste nicht einmal, dass das Mädchen hinter mir war. Sie hatte sich angeschlichen und ging danach wortlos weg, als ich mich zu ihr umdrehte“, erinnert sich Emilee.

„Ich weiß noch immer nicht, warum sie das getan hat. Es war unendlich demütigend und geschah vor den Augen des ganzen Jahrgangs. Der Krug war bis oben hin mit Kirschsaft gefüllt. Ich war pitschnass, überall. Alles war klebrig. Mein Kleid und meine Schminke waren ruiniert“, erzählt die Sechzehnjährige, die kaum zwei Stunden nach Beginn des Balls von ihrer Mutter Tracy wieder abgeholt werden musste.

Einen Tag nach dem Vorfall machte Tracy ihrem Ärger Luft, indem sie auf Facebook Bilder ihrer Tochter veröffentlichte und beschrieb, was geschehen war. Dieser Facebook-Beitrag verbreitete sich wie ein Lauffeuer und wurde mehrere tausend Mal geteilt und kommentiert. Viele Menschen konnten kaum glauben, wie man so gemein sein kann.

Dank Tracys Facebook-Beitrag wurde Kelly Nicholls, die Inhaberin eines Modegeschäfts, auf Emilees schreckliches Erlebnis aufmerksam. Sie bot der Sechzehnjährigen an, für ihre Boutique zu modeln. Emilee sagte zu.

„Ich war natürlich etwas nervös wegen meiner Angststörung, aber ich wollte so etwas schon immer einmal machen. Es war wirklich wunderbar. Kelly hat mir wirklich geholfen. Dank ihr habe ich mich sehr wohlgefühlt. Außerdem hat sie mich stets ermutigt, an meine Grenzen zu gehen und neue Dinge auszuprobieren“, erklärt Emilee.

Das war genau das Richtige, um das Selbstwertgefühl der Jugendlichen aufzuwerten. Emilee bekam ein professionelles Hairstyling und Make-up. Sie durfte viele schöne Kleider tragen und fühlte sich wieder, als ob sie auf einem Abschlussball wäre – nur dieses Mal ohne Mobbing. Außerdem hat die Sechzehnjährige eine wichtige Erfahrung gemacht:

„Ich bin für diese Gelegenheit so dankbar. Ich kann allen anderen Menschen, die ebenfalls schüchtern sind und Probleme mit ihrem Selbstvertrauen haben, nur raten, der eigenen Angst ins Auge zu blicken und auf andere Menschen zuzugehen. Die wenigsten werden euch deswegen geringschätzen“, sagt Emilee.

Das Modeln und die überwältigende Unterstützung, die Emilee unter anderem auf Facebook erfahren hat, haben die Jugendliche wieder aufgerichtet. Hoffentlich hat auch jene Mitschülerin ihren Fehler eingesehen und begriffen, wie tief Mobbing andere Menschen verletzt.

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