Mutter nutzt eigenen Körper als Schutzschild für Baby.

Die 23-jährige Fiona Simpson ist gerade mit ihrer 4 Monate alten Tochter Clara und ihrer 78-jährigen Großmutter auf einer Autobahn in der Nähe der Nordostküste Australiens unterwegs, als die drei von einem schweren Hagelschauer überrascht werden. Binnen kürzester Zeit ist Fionas Sicht so stark eingeschränkt, dass die junge Mutter keine andere Wahl hat, als ihren Wagen auf dem Standstreifen zum Stehen zu bringen, um das Unwetter auszusitzen. Doch nur wenige Sekunden später steht Fiona vor der schlimmsten Entscheidung ihres Lebens.

Der Hagelsturm kommt für Fiona völlig überraschend. Obwohl in den Nachrichten eingehend von dem aufziehenden Sturm berichtet worden ist, kommt für die junge Mutter jede Warnung zu spät. Unvermittelt fallen tennisballgroße Hagelkörner vom Himmel und hämmern auf das Dach des Autos ein. Dann ein lauter Knall: Ein Hagelgeschoss zerschlägt die Heckscheibe, gleich daneben Clara, die in ihrem Kindersitz auf der Rückbank des Autos angeschnallt ist. Wie kleine weiße Kanonenkugeln fliegen die weißen Eisklumpen quer durchs Auto. In Panik springt die junge Mutter auf den Rücksitz und legt sich schützend über ihr Baby.

Obwohl Fiona mehrfach schwer getroffen wird und starke Schmerzen hat, bewegt sie sich keinen Millimeter. Doch dann werden auch noch die Front- und die Seitenscheibe der Beifahrertür zertrümmert – nun ist Fionas Großmutter in Lebensgefahr. Innerhalb von Sekunden fällt die 23-Jährige die folgende Entscheidung: Sie holt Baby Clara aus ihrem Sitz heraus, klettert zurück auf den Fahrersitz und legt das Baby ganz vorsichtig in den Fußraum. Im Bereich der Pedale ist die kleine Clara vor den Hagelkörnern sicher. Dann legt sich Fiona schützend über ihre Großmutter. In einem Interview erzählt die junge Mutter:

„Ich hörte Clara weinen, aber ich konnte sie nicht im Arm behalten, weil der einzig sichere Ort der Boden im Auto war.“

Trotz Fionas Bemühungen, ihre Großmutter vor den Hagelkörnern zu beschützen, werden beide mehrmals von den harten Geschossen getroffen. Als der Sturm weiterzieht, ist das Auto beinahe völlig zerstört. Dennoch schaffen sie es, den Wagen zu starten, um die Autobahn an der nächsten Ausfahrt zu verlassen. Bei dem ersten Haus, das sie erblicken können, halten sie und bitten um Hilfe. Die Anwohner rufen sofort einen Krankenwagen, der Fiona, Baby Clara und die Großmutter ins nächstgelegene Krankenhaus bringt.

Die kleine Clara hat nur leichte Verletzungen davongetragen, Mutter Fionas Oberkörper hingegen ist von Blutergüssen übersät. Dennoch dürfen beide noch am selben Tag das Krankenhaus wieder verlassen. Nur Fionas Großmutter muss zur Beobachtung eine Nacht in der Klinik bleiben. Mittlerweile geht es allen wieder gut, doch der Schreck sitzt immer noch tief. Der Sturm, der auch Fiona und ihre Familie in Lebensgefahr gebracht hat, richtete im australischen Queensland großen Schaden an. Viele Weidetiere starben infolge der Hagelgeschosse und ganze Häuser wurden zerstört.

„Erst später wurde mir klar, dass meine Tochter hätte schwer verletzt oder sogar getötet werden können, wenn ich nicht gehandelt hätte. Ich bin nur eine Mutter – und als solche tust du alles, um dein Kind zu beschützen, ganz egal, was einem selbst dabei passiert. Ich würde es immer wieder tun“, sagt die 23-jährige Fiona tapfer.

Nicht auszudenken, was alles hätte passieren können, hätte die junge Mutter in dieser Situation nicht so einen kühlen Kopf bewahrt. Es ist ihrem schnellen Handeln zu verdanken, dass alle drei mit dem Leben davongekommen sind.

Kommentare

Auch interessant