Fotograf wagt sich in verlassene Psychiatrien

Für manche sind sie zauber-, für andere schauderhaft: verlassene Orte. Der Geist der Vergänglichkeit, der alte, halb zerfallene Gebäude umweht, kann einen in den Bann schlagen und einem zugleich die Haare zu Berge stehen lassen. Nicht umsonst sind Geisterstädte und verlassene Häuser oft beliebte Schauplätze für Horrorfilme oder Pilgerorte für „Gruseltouristen“ und Mutproben.

Diese Mischung aus Zauber und Schauder fängt niemand so gekonnt ein wie Peter Untermaierhofer. Der Fotograf aus Bayern hat ein Faible für vergessene und verlassene Orte. Für eine besonders eindrucksvolle Fotoreihe hat der 35-Jährige verlassene Psychiatrien (auf Italienisch: „Manicomi“) in Italien besucht. Die Fotos, die er auch auf seiner Facebook- und Instagramseite präsentiert, sorgen für Gänsehaut und Staunen zugleich.

OP-Tische, Behandlungsstühle, medizinische Geräte – überall stößt der Fotograf auf Spuren der Vergangenheit.

Die Gebäude sind teilweise einsturzgefährdet. Peter muss also bei seinen Erkundungen besonders vorsichtig sein.

Mit modernen Kliniken haben die Psychiatrien von anno dazumal nichts zu tun. Die Vorstellungen und Behandlungsmethoden von früher würden heute für Kopfschütteln sorgen.

Nicht nur psychisch kranke Menschen landeten in den Heilanstalten, sondern auch politische Gegner und allgemein Andersdenkende.

Überall begegnen Peter Jahrzehnte alte Relikte aus dem Psychiatrie-Alltag.

In den zerfallenen Behandlungszimmern und OP-Sälen scheint das Leid der Patienten nach all den Jahren noch greifbar zu sein.

Zu den Behandlungsmethoden für psychisch Kranke zählten unter anderem Elektroschock-Therapie und Lobotomie.

Viele der als „unheilbar“ geltenden Patienten wurden gegen ihren Willen eingesperrt und zwangsbehandelt.

Den Ursprung hat das Konzept der klinischen Psychiatrie im 18. Jahrhundert. Die ersten Anstalten entstanden Ende des 18. Jahrhunderts.

Der Fotograf ist auf seinen Erkundungstouren allein – entsprechend groß muss das Gruselgefühl sein, wenn er durch die düsteren Flure und Zimmer streift.

Ab und zu findet Peter auch untypische Artefakte – wie den Konzertflügel im oberen Bild.

Die Einsamkeit und Isolation der Bewohner scheint auf jedem Foto spürbar zu sein. 

Man kann sich vorstellen, wie viel Mut es Peter gekostet haben muss, einige der unheimlichen Gebäude zu betreten. 

Der Gedanke an die armen Menschen, die in den Räumen behandelt wurden, lässt sich nicht abschütteln. 

Faszination und Gänsehaut gehen in diesem Fotoprojekt Hand in Hand.

Die Standorte der Psychiatrien gibt Peter aus Respekt vor den Gebäuden und ihrer Geschichte nicht preis.

Brrr! Jeder dieser Orte wäre die perfekte Kulisse für einen Gruselfilm. Vor Peters Mut und seinem Auge für besondere Details kann man nur den Hut ziehen. Wenn dich die Momentaufnahmen auch gepackt haben und du die geniale Arbeit des Fotografen unterstützen willst, kannst du auf seiner Webseite Kalender und Bildbände mit seinen Fotos bestellen. Auf Facebook und Instagram findest du weitere Fotoreihen des Künstlers. 

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