Vorgesetzte zwingt Kranke zum Arbeiten, bekommt Quittung

Sich krank zur Arbeit zu schleppen, ist selten eine gute Idee. Zum einen wäre es besser für den Kranken selbst, zu Hause zu bleiben und sich auszukurieren. Zum anderen wissen es die Kollegen zu schätzen, nicht im Vorbeigehen mit unangenehmen Krankheiten angesteckt zu werden. Außerdem leidet die Qualität der Arbeit ohnehin, wenn Angestellte sie unter Schmerzen und Übelkeit erledigen müssen.

All das war der Vorgesetzten von Sarah jedoch herzlich egal. Sarah arbeitet für eine große Baumarkt-Kette in Großbritannien, deren Regelung zu Fehlzeiten sehr streng sind. Wenn man Arbeitszeit versäumt, können Vorgesetzte einem „grüne“, „gelbe“ oder „rote Warnungen“ aussprechen. Eine rote Warnung bedeutet einen schriftlichen Verweis bzw. eine Abmahnung.

Eines Morgens wachte Sarah von Magenkrämpfen und Übelkeit geplagt auf. Sie hatte starken Brechdurchfall und wusste sofort, dass sie sich nicht schnell genug erholen würde, um zur Arbeit zu gehen. Sie hatte Fieber und fühlte sich miserabel.

In dieser elenden Situation rief sie bei ihrer Arbeitsstelle an und meldete sich krank. Die Personalbeauftragte des Baumarktes fühlte mit ihr, wünschte ihr gute Besserung und sagte, sie solle sich keine Sorgen machen.

Doch nur zwei Stunden später klingelte Sarahs Telefon. Ihre direkte Vorgesetzte verlangte, dass sie zur Arbeit erschien. Sarah erzählte ihr detailliert, wie ihr Tag bis jetzt ausgesehen hatte. Die Vorgesetzte hörte ihr zu und erklärte mit falscher Freundlichkeit in der Stimme, dies alles sei ja sehr bedauerlich, aber wenn Sarah nicht zur Arbeit käme, bliebe ihr leider nichts anderes übrig, als ihr eine rote Warnung zu erteilen.

Sarah wusste, dass sie bei zwei schriftlichen Verweisen innerhalb eines Jahres gefeuert werden konnte. Es war zu Beginn des Jahres, also hätte sie sich all die kommenden Monate hindurch keinerlei Verspätungen oder Fehltage mehr leisten können, wenn sie nicht ihren Job verlieren wollte.

Daher schleppte sie sich wider besseren Wissens zur Arbeit. Sobald sie zur Tür hereinkam, sah eine Kollegin sie und rief: „Oh Gott, wie siehst du denn aus? Du bist ganz grau im Gesicht!“

Die Kollegin befahl Sarah, zu bleiben, wo sie war, und holte Lisa, die Abteilungsleiterin. Lisa warf einen Blick auf Sarah und bat sie, sofort mit ihr zum Geschäftsleiter zu kommen.

Der Geschäftsleiter war nicht glücklich, als er hörte, was Sarah ihm berichtete. Er wies Lisa an, Sarah umgehend nach Hause zu fahren, um sicherzustellen, dass sie gut daheim ankam.

Auf dem Weg nach draußen kamen Lisa und Sarah jedoch an einem Tisch mit Farbdosen vorbei, an dem eben die Vorgesetzte arbeitete, die Sarah mit einem Verweis gedroht hatte. Dies war der Moment, in dem Sarah spürte, wie ihre Übelkeit mit aller Wucht zurückkehrte – sie schaffte es gerade noch bis zum Papierkorb neben dem Tisch und übergab sich.

Ihre Magenkrämpfe waren allerdings derart gewaltig, dass sie mehr als nur den Papierkorb traf. Was sie traf, waren der Tisch, die Farbdosen, die Farbmischmaschine. Es war überall und es war ein Alptraum.

Entsetzte Stille folgte. Dann hörte Sarah die Stimme des Geschäftsleiters. Er stand neben ihr, sah die fiese Vorgesetzte an und sagte: „Sie holen wohl besser einen Wischmopp und machen hier sauber. Und wenn Sie damit fertig sind, will ich Sie in meinem Büro sprechen. Lisa, bitte bringen Sie jetzt die kranke Dame nach Hause.“

Als Lisa zurück in den Laden kam, war die andere Frau immer noch mit dem Aufwischen beschäftigt – und im Anschluss war sie es, die einen schriftlichen Verweis bekam.

Karma ist eben manchmal eine wundervolle Sache.

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