Kleines Mädchen überlebt Misshandlung durch Vater nur knapp.

Bis zum Jahr 2017 war das Leben der 24-jährigen Sierra Hunt aus Tennessee (USA) zwar beschwerlich, aber nicht ungewöhnlich. Die junge Frau war berufstätig und lebte von ihrem Mann getrennt, mit dem sie zwei kleine Töchter hat. Christa, ihr jüngstes Kind, hatte erst wenige Monate zuvor das Licht der Welt erblickt.

Obwohl sie als alleinerziehende Mutter viele Hürden überwinden musste, kam sie einigermaßen zurecht. Ihre beiden süßen Mädchen waren gesund und auch ihr Mann unterstütze sie trotz ihrer Trennung weiterhin. Am 26. Mai 2017 änderte sich jedoch alles.

„Tags zuvor hatte mein Mann Christa abgeholt und mit zu sich nach Hause genommen … Ich hatte öfters mit ihm telefoniert, um mich zu erkundigen, ob alles in Ordnung sei. Jedes Mal meinte er, dass es ihr gut gehe“, erzählt Sierra.

Als die junge Frau jedoch am nächsten Tag zur Arbeit ging, begann ein Albtraum. Ihr Chef teilte ihr mit, sie solle umgehend ins Krankenhaus fahren, weil ihre Tochter dort eingeliefert worden sei. Erst im Auto bemerkte Sierra, dass sie zwanzig Anrufe ihrer Mutter verpasst hatte. Als sie dann mit ihr telefonierte, hörte sie kaum mehr als lautes Weinen.

„Ich erreichte die Notaufnahme und war sehr verwirrt. Als ich durch den Korridor zu meiner Tochter rannte, hörte ich das schlimmste Geräusch, das ich bisher in meinem Leben vernommen hatte. Es war ein merkwürdiges Stöhnen und ich dachte, dass das auf keinen Fall meine Tochter sein könne“, erinnert sich die zweifache Mutter.

Aber es war Christa, die sich offenbar in einem kritischen Zustand befand: An dem kleinen Mädchen hingen viele Schläuche, ihr Blick war ausdruckslos. Sie musste deshalb in ein Kinderkrankenhaus verlegt werden. Zu allem Unglück durfte Sierra ihre Tochter nicht direkt dorthin begleiten.

 
 
 
 
 
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Die 24-Jährige fuhr schließlich mit ihrer Mutter los, die in der Zwischenzeit ebenfalls das Krankenhaus erreicht hatte. Während der Fahrt zur Kinderklinik erhielt Sierra einen Anruf von einer Krankenschwester: „Sie sagte, dass wir zurückkommen sollen und dass sie uns den Grund nicht am Telefon mitteilen könne … Ich begann zu schluchzen und zu schreien: 'Sie ist tot!'“

Wieder im Krankenhaus angekommen, wurde Sierra von zwei Polizisten in Empfang genommen. Es stellte sich heraus, dass ihr Mann die Kleine höchstwahrscheinlich geschüttelt hatte. Er verneinte es zwar, fiel jedoch später durch einen Lügendetektortest. Auch die Polizeibeamten waren sich aufgrund seines Verhaltens sicher, dass er Christa ein sogenanntes Schütteltrauma zugefügt hatte.

 
 
 
 
 
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Wird ein Säugling geschüttelt, kann das schwere Verletzungen oder sogar dessen Tod zur Folge haben. Viele überlebende Kinder erleiden bleibende Hirnschäden und erblinden. Deshalb gilt das Schütteln eines Kindes als Misshandlung, auch wenn nicht alle Menschen dies mit böser Absicht, sondern aus dem Affekt heraus tun – z.B. wenn sie die Nerven verlieren, wenn ihr Säugling exzessiv schreit.

Christa ist zwar nicht gestorben, aber ihr Leben hing nach dieser schrecklichen Tat am seidenen Faden. Zwei Wochen lang war sie an lebenserhaltende Maschinen angeschlossen. Zum Glück konnte sie danach das Krankenhaus verlassen, aber vollkommen gesund wird sie nie wieder werden.

Sierra kündigte daraufhin ihre Arbeitsstelle, um sich umfassend um Christa zu kümmern, die nun sehr viel Pflege benötigt. Bei der Kleinen wurden Blindheit, zerebrale Bewegungsstörung und Magenlähmung diagnostiziert. Sie gilt als schwerbehindert.

Trotzdem versucht Sierra, das Beste aus ihrem Leben und dem ihrer Tochter zu machen. Sie liebt ihre Kleine: „Trotz ihres Zustands ist sie in meinen Augen ein Wunder … Sie ist eine Kämpferin und will leben. Ich werde immer an ihrer Seite stehen“, erklärt Sierra. Ohne ihre Aufsicht darf Christa übrigens nicht mehr von ihrem Vater besucht werden. Für beide Kinder wurde ihm das Sorgerecht entzogen.

Wer die junge Mutter unterstützen möchte, kann das hier tun.

Ein wirklich schreckliches Schicksal, das jährlich auch hunderte Kinder in Deutschland erleiden. Man kann Sierra und ihren Töchtern nur alles Gute wünschen und hoffen, dass ihnen weiteres Leid erspart bleibt.

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