27-Jähriger erzählt, wie er von Freundin misshandelt wurde.

Tyler Sweeney und Katie Lee Pitchford sind seit 3 Jahren ein Paar. Doch nun sitzt die 21-Jährige aus Florida in Haft – weil sie ihren Freund aufs Brutalste misshandelt hat. Für Außenstehende kaum zu glauben, schließlich ist der 27-Jährige ein gut trainierter Amateurboxer und seine Freundin eine zierliche Frau, die nicht einmal 50 Kilo auf die Waage bringt. Doch der US-Amerikaner hat sich dazu entschlossen, mit seinen Erlebnissen an die Öffentlichkeit zu gehen und Licht auf das Tabuthema häusliche Gewalt gegen Männer zu werfen. 

Heftige Auseinandersetzungen standen bei dem Paar auch in der Vergangenheit stets auf der Tagesordnung. So beschleunigte die Friseurin einmal bei einem Streit im Auto auf 50 km/h, während Tyler gerade dabei war, auszusteigen, sodass er auf die Straße stürzte und sich schwer verletzte. 

Als sich die beiden am 4. Juni erneut streiten, eskaliert die Situation jedoch völlig: Die stark alkoholisierte 21-Jährige wirft einen Lautsprecher nach Tyler und schlägt mit einer Haarbürste auf den jungen Mann ein, bis dieser anfängt zu bluten. „Ich versuchte, aus dem Schlafzimmer zu entkommen, aber sie griff nach meinen Hoden und versuchte, sie mit aller Kraft abzureißen“, erinnert sich Tyler. „Ich hatte noch nie solche Schmerzen.“

Doch damit ist sein Martyrium noch nicht vorüber: „Dann sprang sie auf mich und begann, mich mit beiden Händen zu würgen. Sie hatte ein Lächeln auf dem Gesicht. Irgendwann bekam ich keine Luft mehr.“ Es ist schließlich Katies Großmutter, die im unteren Stockwerk wohnt, die die Polizei ruft. 

Als die Beamten eintreffen, sind sie geschockt vom Zustand des nackten, blutüberströmten 27-Jährigen. „Warum haben Sie das mit sich machen lassen?“, fragen sie Tyler ungläubig. 

„Wenn man mich schwach nennt, weil ich eine Person, die ich liebe, nicht schlage, dann nehme ich das auf mich“, erklärt der US-Amerikaner. „Man kann mich deswegen auch stark nennen. Ich weiß im Herzen, was richtig ist. Sie ist in Haft und ich bin frei.“

Katie steht seit dem Angriff unter Arrest. Da sie bereits eine Bewährungsstrafe wegen eines Angriffs auf Polizeibeamte hat, wird sie auch vorerst nicht auf Kaution freikommen. Trotz allem, was sie Tyler mit jahrelanger psychischer wie körperlicher Gewalt angetan hat, hat er Mitleid mit der jungen Frau: „Ich liebe sie und mache mir Sorgen. Das Gefängnis tut ihr nicht gut. Sie braucht eher psychologische Hilfe. Ich denke viel über sie nach, kann schlecht schlafen.“

Nicht nur der 10 cm lange Riss an Tylers Hodensack muss nun heilen, es sind vor allem seelische Narben, die er aus dieser vergifteten Beziehung mitgenommen hat. Leider ist der junge Mann aus Florida kein Einzelfall

Häusliche Gewalt wird meist nur mit weiblichen Opfern in Verbindung gebracht. Doch Schätzungen zufolge ist in Deutschland jeder fünfte Betroffene männlich. So sollen mindestens eine Million Männer in Deutschland regelmäßig häusliche Gewalt durch ihre Partnerin erfahren – nicht nur in Form von Schlägen und Tritten, auch durch Drohungen, Erniedrigungen, soziale Isolation oder sogar das Erzwingen sexueller Handlungen. 

 
 
 
 
 
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Die Hemmschwelle, darüber zu sprechen und sich Hilfe zu holen, liegt bei männlichen Opfern oftmals noch höher als bei weiblichen; schließlich gilt der Mann in unserer Gesellschaft als starkes Geschlecht und körperlich überlegen. Umso wichtiger ist es, dass Männer wie Tyler das Schweigen um das Thema brechen, damit andere Betroffene ermutigt werden, aus der Gewaltspirale auszubrechen.

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