Weil er ein dünnes Kind war: Mann riskiert Leben für Muskeln

Um sich einem herrschenden Schönheitsideal anzunähern, nehmen Menschen die größten Strapazen und auch enorme Unkosten auf sich. Allzu oft haben solche Bemühungen schlimme gesundheitliche Folgen und bringen auch nicht die Zufriedenheit mit sich, die man sich erhofft hatte.

Besonders dramatische Folgen kann die Jagd nach Schönheit haben, wenn man sich dabei unseriöser und sogar gefährlicher Methoden bedient. Im Fall von Valdir Segato ist es nicht unwahrscheinlich, dass diese Jagd langfristig tödliche Folgen haben wird.

Der mittlerweile 48-jährige Brasilianer aus São Paulo war als Kind ein schmächtiger Junge – und dies scheint ihn dauerhaft so belastet zu haben, dass er alles tat, um diese Zeiten vor allem äußerlich hinter sich zu lassen. Er wollte soviel Muskelmasse zulegen, wie nur möglich.

Valdir begann, exzessiven Sport mit Gewichten zu treiben, und wurde zum begeisterten Bodybuilder. Schnell baute er eine Menge Muskeln auf, aber auch das ging ihm nicht rasch genug. Um 2013 herum griff er zu einem Verfahren, das in Bodybuilder-Kreisen berühmt-berüchtigt geworden ist: Er begann damit, sich eine Substanz namens Synthol zu spritzen.

Synthol wurde in den frühen 1990er Jahren entwickelt und ist eine Mixtur aus verschiedenen Ölen und lokalen Betäubungsmitteln, mit denen die Muskulatur enorm vergrößert werden kann. Der Stoff wird über Wochen hinweg mehrmals täglich direkt in den Muskel gespritzt. Dadurch hebt das in den Fasern abgelagerte Öl die Muskeln darüber an und lässt sie größer erscheinen. Das gesteigerte Volumen bringt jedoch keinen Zuwachs an Kraft mit sich.

Das Mittel ist umstritten und gesundheitlich höchst bedenklich – injiziert man es versehentlich in ein größeres Blutgefäß, kann es zu Herzinfarkten, Hirnschäden und Lungenversagen führen. Auch wenn man es schafft, dies zu vermeiden, sind die Langzeitfolgen nicht ausreichend erforscht.

Valdir spritzte sich das Mittel so oft und so lange, dass seine Oberarme inzwischen einen Umfang von 58 Zentimetern haben und schon lange nicht mehr aussehen, als hätte er sie allein durch Training so geformt.

Dennoch hat er Tausende von Fans, die seine Fotos auf Social-Media-Kanälen bewundern – auch dann noch, als er schließlich offen zugegeben hatte, Synthol zu benutzen. Manche der Betrachter kritisieren seine Bizeps in ihren Kommentaren als „fake“, aber das hält ihn nicht vom Weitermachen ab.

Zu sehen, was ein Mensch seiner Gesundheit antut, um sich einem extremen Ideal anzunähern, das noch nie etwas mit einem entspannten Körpergefühl zu tun hatte, ist bedenklich. Jemand hat ihm ganz offensichtlich schon früh das Gefühl vermittelt, dass er nicht gut genug war, so wie er war.

Quelle:

Unilad

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